Futterumstellung beim Hund – was du wissen und beachten solltest
Nachdem ich mich im Moment mal wieder – aus gegebenem Anlass (exzessives Grasfressen) – intensiver mit der Fütterung und Ernährung von Luna beschäftige, möchte ich dir in diesem Beitrag von meinen Erfahrungen und Recherche-Ergebnissen zum Thema Futterumstellung berichten.
Die fünf wichtigsten Gründe, das Futter umzustellen
Im Leben deines Lieblings gibt es immer mal Zeitpunkte, an denen eine Futterumstellung notwendig oder sinnvoll ist. Auf die fünf wichtigsten Gründe möchte ich hier mal eingehen:
1. Vom Welpen zum (quasi) erwachsenen Hund
In der Regel bekommen die Welpen ja schon vom Züchter ein spezielles Welpenfutter, das man dann normalerweise erst mal weiterfüttert. Das macht natürlich Sinn, weil der kleine Welpe ja mit dem Umzug in sein neues Zuhause und der Trennung von seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern schon genug Stress hat. Bei vielen Hunden führt das ohnehin schon mal zu Durchfall oder Änderungen beim Fressverhalten. Da muss man nicht auch noch mit einem neuen Futter anfangen.
Für Luna war und ist Fressen nie ein Problem
Mir haben schon Hundebesitzer berichtet, dass ihr kleines neues Familienmitglied erst mal gar nicht mehr richtig fressen wollte. Bei Luna, als Labrador, ist das natürlich keine Option. Ganz im Gegenteil! Luna hat vom ersten Tag an ihr Futter wortwörtlich verschlungen und würde das immer noch so machen, wenn ihr unbegrenzt Futter zur Verfügung stehen würde. Ich hatte damals den Eindruck, sie ist es einfach von der Kinderstube her so gewohnt, dass man reinhauen muss, was geht, damit man zwischen den Wurfgeschwistern nicht zu kurz kommt.
Inzwischen ist es so, dass sie bei uns Zuhause, in der gewohnten Umgebung, recht entspannt frisst. Sie kaut ihr Trockenfutter sogar manchmal (! 😀 ) und trinkt auch zwischendurch. Aber sobald wir mal unterwegs sind und vor allem sobald ein anderer Hund in der Nähe ist (oder sein könnte), schlingt sie rein wie verrückt. Ich bin inzwischen soweit, dass ich sie portionsweise aus der Hand füttere, wenn sie mal in einem Haushalt fressen “muss”, wo noch andere Hunde sind. Danach sind meine Hände zwar rundrum angesabbert, aber ich hab so einfach ein besseres Gefühl, als wenn sie die Futter-Kroketten unzerkaut in Riesenportionen einfach runterschluckt.
Aber zurück zum Thema…
Das Welpenfutter ist in der Zusammensetzung der Nährstoffe speziell auf die Wachstumsphase des Tieres abgestimmt. Solange der Hund noch wächst, sollte er das Welpenfutter bekommen, um die Grundlagen für eine gesunde Entwicklung des gesamten Körpers und all seiner Funktionen zu schaffen. Wann die Wachstumsphase abgeschlossen ist, variiert von Rasse zu Rasse. Grundsätzlich sind kleine Rassen früher ausgewachsen als große, aber auch hier gibt es Unterschiede. Bei Labradoren dauert es zum Beispiel etwas länger, sagt man, als bei anderen Rassen der gleichen Größe. Grob kann man sagen, dass ein Hund im Alter zwischen 8 und 18 Monaten ausgewachsen ist. Es würde zu weit gehen, wenn ich hier auf alle Rassen eingehen würde. Wenn du es für deinen Liebling aber genauer wissen möchtest, kontaktiere mich gerne. Ich kann dir das anhand rassespezifischer Wachstumskurven genauer berechnen. Bei Mischlingen ist es etwas schwieriger, vor allem, wenn man die Elterntiere nicht oder nur die Mutter kennt oder vielleicht die Eltern auch schon Mischlinge waren. Aber eine Abschätzung lässt sich auch hier treffen.
Die erste Futterumstellung erfolgt also dann, wenn der Hund aus dem Welpenalter raus ist und dann sein “Erwachsenen”-Futter bekommt. Die meisten Hundebesitzer, die ich kenne, bleiben dann erst mal bei der gewohnten Art der Fütterung – also Trocken- oder Nassfutter – und bei der gleichen Marke. Ich denke, das ist für den Hund auch gut, solange er das Futter gerne frisst. Aber auch bei Beibehaltung der Marke sollte man die Futterumstellung von Welpen- auf Erwachsenenfutter behutsam durchführen.
2. Futterumstellung bei Trächtigkeit
Wenn du eine Hündin hast, spielst du vielleicht mit dem Gedanken – wie ich übrigens auch – oder hast sogar fest vor, mal Nachwuchs zu züchten. …oder es passiert unbeabsichtigt… 😉
Auf alle Fälle solltest du das Futter umstellen, wenn deine Hündin trächtig ist. Sie braucht in dieser Phase besondere Nährstoffe, wie zum Beispiel Folsäure, um gut durch die Trächtigkeit zu kommen und um rundum gesunde Welpen auf die Welt zu bringen. Auch während der Stillzeit ist es wichtig für die Versorgung der Welpen, dass die Mutter alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Form bekommt. Alternativ zu einem speziellen Futter kannst du natürlich auch mit Nahrungsergänzungsmitteln arbeiten.
Wenn du hier genauere Infos brauchst, kannst du dich gerne an mich wenden. Ich kann dir hier einige wichtige Hinweise und Tipps geben.
3. Spezielles Futter bei gesundheitlichen Problemen
Auch wenn wir natürlich alle hoffen, dass unsere felligen Lieblinge immer gesund und munter durch die Welt marschieren, kann man leider nie ausschließen, dass sie mal gesundheitliche Probleme bekommen. Das kann erblich bedingt sein, durch etwas ausgelöst werden, was sie irgendwo “aufgegabelt” haben – innerlich oder äußerlich – oder es kann natürlich auch auf eine Unverträglichkeit oder Allergie zurückzuführen sein. Leider sind Allergien (inzwischen) genau wie beim Menschen eine häufige Ursache für gesundheitliche Probleme. Nur dass unsere Hunde uns ihre Beschwerden unglücklicherweise nicht mitteilen können. Im Gegenteil, in der Regel sind Hunde Spezialisten darin, ihre “Zipperlein” zu verbergen. Man kann das nur mit mehr oder weniger Fingerspitzengefühl aus ihrem Verhalten und natürlich auch aus der Beschaffenheit ihres Kots ableiten. Dazu kannst du ein bisschen weiter unten noch mehr lesen.
4. Futterumstellung nach einer Kastration
Durch die Kastration kommt es zu deutlichen Veränderungen im Hormonhaushalt und im Stoffwechsel des Hundes. Dadurch sinkt in der Regel der Energiebedarf und zum Teil auch das Energielevel. Du merkst das relativ schnell, wenn dein Liebling trotz gleicher Futtermenge nach der Kastration zunimmt. Dann kannst du entweder das Futter beibehalten und reduzieren oder du steigst auf ein Futter mit weniger Kalorien um.
5. Dir liegt die Gesundheit deines Tieres einfach am Herzen
Leider ist die Zusammensetzung von Hundefutter, beziehungsweise von Tierfutter allgemein, oft nicht optimal auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmt. Natürlich enthalten die unterschiedlichen Futtersorten in der Regel alle Nährstoffe, die grundsätzlich zum Leben benötigt werden. Aber wie bei der Ernährung von uns Menschen auch, reicht die Versorgung mit Nährstoffen oft nicht aus, um wirklich alle Depots optimal aufzufüllen und somit ein langes und gesundes Leben zu fördern. Oft merkt man solche Mangelerscheinungen erst, wenn die ersten Beschwerden auftauchen, was beim Hund, wie gesagt, nicht gleich offensichtlich ist. Ich persönlich bin deshalb der absoluten Überzeugung, dass man hier schon durch eine optimale Ernährung vorbeugen sollte und nicht erst eingreifen sollte, wenn sich Beschwerden zeigen. Dann ist womöglich nur noch mit Medikamenten (oft mit entsprechenden Nebenwirkungen) Abhilfe oder vielleicht auch nur eine Milderung möglich.
Zu diesem umfangreichen Thema der optimalen Ernährung unserer Lieblinge werde ich demnächst auch noch einen eigenen Beitrag verfassen. Du kannst dich gern in meinen E-mail-Verteiler eintragen lassen, über den ich dich informiere, wenn ich einen neuen Beitrag gepostet hab. Oder du folgst mir einfach auf Instagram (den Link dafür findest du unten), da informiere ich auch, wenn es hier was Neues gibt.
Fünf Anzeichen, dass du über eine Futterumstellung nachdenken solltest
Ich möchte hier nochmal kurz auf die fünf wichtigsten Anzeichen eingehen, die dir zeigen können, dass dein Hund vielleicht sein Futter nicht optimal verträgt oder die Nährstoffzusammensetzung nicht ideal ist.
1. Stumpfes Fell
Hat dein Hund ein stumpfes, glanzloses Fell, obwohl du es regelmäßig pflegst, also kämmst, bürstest und/oder von Unterwolle – je nach Beschaffenheit – befreist? Ich meine hier nicht Baden und Waschen, weil ich das zumindest bei den meisten Hunden für absolut überflüssig oder sogar schädlich halte, aber das ist wieder ein anderes Thema. 😉
Stumpfes Fell kann aber durchaus am Futter liegen.
2. Vermehrtes Schlecken, Kratzen und Knabbern an den Pfoten und im Fell
Ein gewisses Maß an eigener Fell- und Hautpflege ist bei den allermeisten Hunden total normal. Meine Luna knabbert sich zum Beispiel manchmal an den Pfoten und Zehennägeln rum, wenn sie viel im Dreck unterwegs war.
Wenn dieses Verhalten aber plötzlich und anscheinend grundlos verstärkt auftritt, könnte es an einer Nahrungsunverträglichkeit liegen.
3. Offensichtliche Verdauungsprobleme
Wenn dein Hund sehr oft Blähungen, Durchfall oder Verstopfung hat, deutet das auf alle Fälle darauf hin, dass sein Verdauungstrakt nicht optimal mit seiner Nahrung zurecht kommt.
4. Erbrechen
Was ich auch erst lernen musste, ist, dass auch Hunde Sodbrennen haben können. Nachdem ich selbst noch nie Sodbrennen hatte, hatte ich das überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber weil Luna ja wirklich total viel Gras frisst, hab ich mit mit den möglichen Ursachen dafür beschäftigt und hab herausgefunden, dass die Ursache dafür Sodbrennen sein könnte. Bei Luna gehe ich aber inzwischen davon aus, dass das nicht ihr Problem ist. Dazu aber auch demnächst mehr in einem gesonderten Beitrag.
Das Sodbrennen kann sich zum Beispiel eben in häufigem Grasfressen und dem Erbrechen des Grases mit schaumiger Flüssigkeit äußern. Wie beim Menschen ist der Auslöser für das Sodbrennen dann oft auch die Ernährung.
5. Unter- oder Übergewicht
Auf dieses Anzeichen muss ich wohl nicht näher eingehen. Wenn dein Hund deutlich zu dick ist, aber einfach zu gern frisst und du es nicht übers Herz bringst, sein Futter einfach zu reduzieren, wäre vielleicht ein kalorienärmeres Futter die Lösung für euch. Aber natürlich kann auch das Gegenteil der Fall sein, nämlich dass dein Hund mäkelig frisst oder einfach nicht zulegt. Dann schmeckt ihm das Futter vielleicht einfach nicht, oder es hat nicht genügend Nährstoffe, um seinen individuellen Bedarf zu decken.
Stellst du also eines oder mehrere dieser Anzeichen fest, wäre es vielleicht sinnvoll, es mal mit einem anderen Futter auszuprobieren.
Grundsätzlich gilt für die Futterumstellung: Gib deinem Hund (und seiner Verdauung) Zeit!
Ja, und da kommt jetzt der Haken an der Sache… Mal auf die Schnelle ein anderes Futter auszuprobieren, kann nämlich sehr nach hinten los gehen. Hunde haben in der Regel eine – im Vergleich zum Menschen – eher empfindliche Verdauung, die sich nur langsam – zum Teil sogar sehr langsam – auf neue Nahrung einstellt. Die Zusammensetzung der unterschiedlichen Futtersorten und -marken variiert aber sehr stark.
Deshalb ist es wirklich sehr wichtig, dass man die Futterumstellung langsam und schrittweise durchführt. Bisher hab ich das auch strikt befolgt und immer genau (mein Freund sagt, zu genau 😉 ) berechnet, wann ich Luna wie viel von welchem Futter geben sollte. Und damit hat die Umstellung immer problemlos funktioniert.
Aber neulich war ich einmal in der Situation, dass uns Lunas Futter ausgegangen ist (jaaaa, mein Fehler….) und wir relativ kurzfristig auf ein anderes Futter umstellen mussten, weil es Lunas übliches Futter hier in Italien nicht zu kaufen gibt. Obwohl ich darauf geachtet hab, dass die Zusammensetzung möglichst ähnlich ist, ist das ziemlich in die Hose gegangen… Also, wenn Luna eine Hose angehabt hätte… Naja, ich möchte hier jetzt nicht weiter darauf eingehen. Alles, was ich damit sagen möchte ist, dass ich daraus gelernt hab, und den Ratschlag, den man immer bekommt, langsam umzustellen, wirklich nur so weitergeben kann.
Berechnung der Umstellung
Bei den meisten Hunden ist eine Umstellungszeit von vier Wochen ausreichend. Das heißt, du gibst in der ersten Woche noch 75% vom bisherigen Futter und 25% vom neuen. In der zweiten Woche dann halbe, halbe und in der dritten Woche nur noch 25% des bisherigen und 75% des neuen Futters. Ab der vierten Woche kannst du dann das alte Futter weglassen und nur noch das neue füttern. Je empfindlicher die Verdauung deines Hundes ist, desto länger solltest du dir für die Umstellung Zeit nehmen.
Weil die empfohlenen Futtermenge für die Größe bzw. das Gewicht deines Lieblings ja beim bisherigen und neuen Futter nicht unbedingt gleich ist, muss man da immer ein bisschen rumrechnen. Außerdem möchte man ja – wenn die Futterumstellung nicht aus irgendwelchen Gründen total dringlich ist – das bisherige Futter möglichst bis zum Ende aufbrauchen. Deshalb hab ich mir dazu mal eine kleine Berechnungstabelle erstellt. Wenn du unten auf die symbolischen Darstellung des Tools klickst, kannst du dir das Tool als Excel-Datei herunterladen und gerne für deine Futterumstellung nutzen. Du kannst darin die tägliche Futtermenge vom bisherigen und neuen Futter eingeben und die Zeit, die du dir für die Umstellung nehmen willst (in Wochen). Das Tool gibt dir dann aus, welche Menge vom alten und neuen Futter du in jeder Woche geben solltest und auch, wie viel vom alten Futter du noch brauchst, bis du vollständig umgestellt hast.

Ich hoffe, diese Infos und Tipps und mein kleines Excel-Tool helfen dir bei deiner nächsten Futterumstellung weiter. Wenn du Fragen dazu hast, meld dich gern bei mir!
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